Schuleingangsphase

Buchstabenzauber in Klasse 1: 

So lernen die Kinder an der Wippertus Grundschule Kölleda lesen und schreiben

In der Klasse 1 der Wippertus Grundschule Kölleda beginnt für die Kinder eine spannende Reise in die Welt der Buchstaben. Jeder Buchstabe ist wie ein kleiner Schatz, der entdeckt, geübt und gefeiert wird. Mit kreativen Methoden, spielerischen Ritualen und einer liebevoll gestalteten Lernumgebung tauchen die Kinder Woche für Woche tiefer in die Welt des Lesens und Schreibens ein.


Königsbuchstaben und die Leserutsche – Der Einstieg ins Lesen

Der erste Schritt in die Welt der Buchstaben beginnt mit den „Königsbuchstaben“ – den Vokalen A, E, I, O und U. Sie bilden das Fundament, denn ohne Vokale gibt es keine Wörter. Danach folgen nach und nach die Konsonanten, sodass die Kinder bald erste Silben und Wörter lesen können. Dabei hilft die Leserutsche, eine Methode, die den Kindern Schritt für Schritt das Zusammenschleifen von Lauten erleichtert.


 Buchstaben zum Anfassen – So wird Schreiben begreifbar

Buchstaben werden nicht nur mit dem Stift gelernt, sondern mit allen Sinnen erfasst. Die Kinder schreiben sie mit dem Zauberfinger in die Luft, spüren ihre Form nach und lernen, wo sie im Schreiblinien-Haus „wohnen“. In der Klasse wird besprochen, in welcher Linie der Buchstabe beginnt und wie er richtig geschrieben wird. Begleitend dazu nutzen wir den Westermann Pusteblume Buchstabenordner, in dem zu jedem Buchstaben verschiedene Übungen enthalten sind:

– Buchstaben nachspuren
– Buchstaben in die richtige Zeile schreiben
– Buchstaben in Wörtern hören und markieren
– Wörter schreiben
– Erste Leseübungen zum Buchstaben


Montagsritual: Der Buchstabenkoffer

Jeden Montag beginnt die Woche mit einem kleinen Highlight: dem Buchstabenkoffer. Die Kinder bringen 1-3 Gegenstände mit, deren Namen mit dem Buchstaben der Woche beginnen. Im Sitzkreis wird jedes Objekt vorgestellt, sein Name geklatscht (Silbenarbeit) und gemeinsam überlegt, an welcher Stelle der Laut im Wort vorkommt. Das Montagsritual schafft eine spielerische Verbindung zwischen dem neuen Buchstaben und der Lebenswelt der Kinder.


Die Klasse als Buchstabenwelt – Lernen in einer inspirierenden Umgebung

Buchstaben umgeben die Kinder nicht nur im Buchstabenordner, sondern auch im ganzen Klassenraum:

Die Buchstabenwand: Hier wird jede Woche der „Buchstabe der Woche“ mit passenden Bild- und Wortkarten ergänzt.
Der Buchstabenbaum: Jede Woche wächst ein neues Blatt mit einem weiteren Buchstaben dazu – so wird das Alphabet nach und nach sichtbar.
Große Buchstabenbilder: Bereits gelernte Buchstaben hängen als große Bildkarten im Raum und helfen beim Wiederholen.


 Schreiben lernen mit System – Vom Häuschenheft zur Schreibschrift

Jedes Kind hat ein Häuschenheft, in dem es die Buchstaben zunächst in Druckschrift lernt. Die Kinder schreiben zuerst den großen Buchstaben, dann den kleinen und schließlich beide kombiniert. Die Orientierung in den Linien hilft dabei, die Buchstaben korrekt zu formen.

Doch warum beginnen wir schon im zweiten Halbjahr mit der Schreibschrift? Viele Eltern stellen sich diese Frage. Die Antwort ist einfach: Kinder lernen in jungen Jahren motorische Abläufe besonders leicht. Die Schreibschrift hilft ihnen, flüssiger zu schreiben und Buchstaben besser zu verbinden. So fällt ihnen das Schreiben später leichter, weil sie nicht jeden Buchstaben neu ansetzen müssen.


 Freitagsritual: Buchstaben mit Geschichten verbinden

Freitags gibt es ein weiteres Highlight: Die Klassenlehrkraft liest ein Bilderbuch vor, das zum Buchstaben der Woche passt. Durch das gemeinsame Zuhören und Anschauen wird das neu Gelernte noch einmal in einem anderen Kontext erlebt und gefestigt.


Lesezeit am Donnerstag – Spielerisch Lesen üben

Donnerstag ist Lesetag! Die Kinder bearbeiten verschiedene Aufgaben passend zum aktuellen Buchstaben:

Erstlesebücher entdecken
Arbeitsblätter und Lies-und-Male-Aufgaben bearbeiten
Lesehefter mit neuen Leseblättern ergänzen

Zusätzlich gibt es eine gemütliche Leseecke, in der die Kinder nach Lust und Laune in Bilderbüchern oder Erstlesebüchern schmökern können. Jedes Kind hat außerdem ein Anoki-Heft von Klett, in dem es jeden Tag zwei Seiten zum sinnverstehenden Lesen bearbeitet – ob in der Schule oder zu Hause.


Lesepass und Leseraupen – Motivation zum täglichen Lesen

Um das tägliche Lesen zu Hause zu fördern, gibt es den Lesepass:

10 Minuten lesen = Unterschrift von Mama, Papa, Oma oder Opa
Voller Lesepass = kleine Belohnung

Zusätzlich gibt es im Klassenraum eine Leseraupe für jedes Kind. Nach jeweils fünf vollen Lesepässen erhält die Leseraupe eine neue Perle. Ist sie vollständig, wird für die ganze Klasse eine kleine Überraschung organisiert – vielleicht ein gemeinsamer Ausflug?


Buchstabentest und Wortdiktat – Wissen festigen

Jede Woche findet ein Buchstabentest oder ein kleines Diktat statt. Die Kinder zeigen, welche Buchstaben sie bereits sicher beherrschen und wo sie noch üben müssen. Das hilft nicht nur bei der individuellen Förderung, sondern gibt den Kindern auch ein Erfolgserlebnis, wenn sie merken, wie viel sie schon gelernt haben.


 Kunst & Werken meets Buchstaben – Kreativität im Unterricht

Auch im Kunst- und Werkunterricht wird der Buchstabe der Woche integriert. Ob Collagen, kreative Buchstabenbilder oder kleine Bastelprojekte – die Kinder setzen sich auf spielerische Weise mit dem neuen Buchstaben auseinander.


 Ein Jahr voller Buchstabenzauber

Mit diesem abwechslungsreichen Konzept wird das Erlernen der Buchstaben zu einer lebendigen, motivierenden Erfahrung. Die Kinder erleben den Schriftspracherwerb mit Freude und Neugier – ein Fundament für das spätere Lesen und Schreiben.

Mit jeder Woche wächst nicht nur der Buchstabenbaum, sondern auch das Wissen und die Begeisterung der Kinder für Sprache.

So macht Buchstabenlernen Spaß!